Alexander Kluge

Der Universalkünstler aus Halberstadt

Er ist Schriftsteller, Jurist, Filmemacher, Historiker, Literat, Philosoph, Fernsehunternehmer, vor allem aber: ein Universalist, der in jedem dieser Genres erfolgreich ist. Sein Werk wurde mit den großen Preisen in Literatur, Film und Philosophie ausgezeichnet. Was ihn antreibt, ist das Fragen nach dem scheinbar Unwichtigen und Abseitigen, überall wittert er versteckte Zeichen und unentdeckte Geschichten. Sein Vorbild ist die Fledermaus: hellhörig sein und neugierig. Mit diesem Forscherdrang ausgestattet wurde Alexander Kluge zum hierzulande bedeutendsten intellektuellen "Medienarbeiter", einen "Schamanen des freien Denkens" hat man ihn genannt. Seit einem halben Jahrhundert collagiert und montiert er unbeirrt seine verstörenden Geschichten, in denen er die letzten Jahrhunderte unters Mikroskop legt. Die Nebenschauplätze faszinieren ihn, die Randfiguren, das scheinbar Unwichtige. Ein Intellektueller mit Sinn für raffiniertes und skurriles Entertainment. Sein Name ist eine Marke, und die ist uverwechelbar.

Alexander Kluge:
Was ich hauptsächlich mache ist, Konstellationen herstellen, Reibung zulassen. Man nennt das Montieren. Montage. Aber Montage ist was ganz Komplexes. Ich bin Beobachter. Ich sammle. Heiner Müller sagt, das Poetische heißt sammeln. Insofern wären die Brüder Grimm in meinen Augen und seinen Augen die besseren Poeten gegenüber einem, der sich aufbläst und sagt, ich kann das Laub im Herbst besonders gut beschreiben.

Volker Schlöndorff über Alexander Kluge:
Alexander Kluge wird für mich immer der junge Mann bleiben, der er 1965 war, als ich ihn kennen gelernt habe. Sehr, sehr jugendlich, sehr jungenhaft, fast bubenhaft, immer erinnernd an das Kind, das er mal gewesen ist, worauf er seine Gesprächspartner immer festnagelt. Nicht interessiert an häuslichem Wohnen. Also: das ist ein Sammelsurium von irgendwelchen Sofas, eine bürgerliche Lampe, die da bloß in einem Raum stehen. Der Raum auch in der Wohnung ist nur zum Arbeiten da. Er ist wahnsinnig schneller, wacher Geist

Hannelore Hoger über Alexander Kluge:
Er schreibt ja auch ungefähr jeden Tag ein Buch, inzwischen kann er gar nicht mehr aufhören, inzwischen sitzt ihm ja die Faust im Nacken. Er schrieb eigentlich immer. Ob er das immer verwendet, weiß ich nicht. Aber ich kenne ihn nur schreibend. Er kann aber auch entspannen, also er redet ja wie ein Buch und dadurch kommt er dann wieder Schwung, dann kann man darüber irgendwann lachen. Also wir können auch zusammen lachen.